Je suis Le Tour

d  Lange haben wir darauf gewartet; anfangs gebannt, dann euphorisch und gegen Ende leicht nervös!
Die Tour de France, Le Tour oder La Grande Boucle kommt zu uns nach Bern!
Und noch viel toller; nach einem Ruhetag an der Aarenschlaufe führt sie in einer herausfordernden Etappe über drei Gipfel zu der Staumauer nach Emosson hoch – eine hundertprozentige Schweizer Etappe.
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Sonntag Morgen früh, kurz vor 6 Uhr. Auf dem Vorplatz vor dem Bahnhof Bern zählt ein mit Velopumpe verzierter Kubus in digital Leuchtschrift die Tage bis zur Ankunft der Profis. Bis dann gehört die Stadt den lokalen Pumpen. Während ein Gruppetto ausdauernder Partygänger über den Zebrastreifen torkelt, finden sich aus diversen Himmelsrichtungen Radfahrer ein – nicht viele, eine gute Handvoll. Nach Begrüssung und einem Kurzraport der mitgeführten Verpflegungen, wird ein letzter Blick auf das Tagesprogramm geworfen.
Als wären die Strassen für sie heute gesperrt, findet die kleine Gruppe rasch aus der Stadt und Richtung Berner Oberland. Diese Strassen kennen sie auswendig, von Tour-Feeling ist noch nicht viel zu erahnen. Dann biegen sie rechts ins Simmental ab. Verkehr kommt auf, die Ureinwohner müssen zur Kirche oder zur Käserei. Und dies eiligst und gereizt. Die „Muni-Chrine“ macht ihrem Namen einmal mehr alle Ehre. Der Gedanke, dass dieses Tal in wenigen Tagen für über sechs Stunden für den Strassenverkehr lahmgelegt wird, entschädigt für vieles!
Die beiden Tac-Tac Fahrer führen nun die Sechsergruppe an und drücken ordentlich aufs Tempo. Langsam fühlt sich das Ganze ein wenig nach Le Tour an.
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Vor dem ersten Pass, dem Col des Mosses, kommt es zu einem kleinen Zwischenfall im kleinen Peloton. Neben Schürfungen und einem Fall für den Rapha Repair-Service geht es aber weiter – zur nächsten Bäckerei. Die Einen kriegen eben gesperrte Strassen, ein Geleit und volle Aufmerksamkeit, die Anderen frische Brötchen und Kaffee.
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Während sich die Gruppe unterhalb Saanenmösers stärkt, beginnt auf dem Col des Mosses  wildes Treiben. Am Strassenrand werden allerlei Sachen ausgelegt; Kuhglocken, Mistgabeln und vieles mehr. Steht da etwa eine Tour de France Generalprobe an?
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Als die sechs Freunde über den Pass kommen, empfangen sie keine frenetischen Anfeuerungsrufe, sondern ein Flohmarkt. Sie lassen die alten Kinderwagen, Lampen und Geschirr rasch hinter sich und donnern Richtung Aigle.
Unten im Tal übernimmt wieder hauptsächlich die Tac-Tac-Fraktion das Tempo-Diktat und so erreichen die Freunde Martigny nach über 160km mehrheitlich Bergauffahren mit einem Plus-30km/h Schnitt.
Nun warten mit dem Col de la Forclaz und dem Aufstieg hoch zur Staumauer von Emosson die wahren Herausforderungen dieser Tour de France Etappe.
Anfangs schlängelt sich die Strasse durch die Rebbergen der Region. An diesem Sonntag ist die Strasse verkehrsarm, ruhig und frei von den weissen Schriftzügen, welche der Rest der Welt am Mittwoch 20. Juli am Farbfernseher sehen wird. Die Freunde treten einsam in ihrem ganz eigenen Rhythmus den Berg hoch, Schlaufe um Schlaufe.
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Photo: Jonas (@soulofwolves)
Die Nachmittagssonne scheint ihnen nun auf den Rücken, da kommt der schattenspendende Wald im obersten Teil so gerufen wie der Brunnen auf Passhöhe.
Ohne die Hilfe eines juvenilen Kadetten mit Fähnchen an der beinahe unausgeschilderten Abzweigung nach Finhaut mitten in der Abfahrt, brausen die Freunde erst mal daran vorbei, müssen dann scharf abbremsen, aufs kleine Blatt schalten und die extra Höhenmeter zurück klettern.
Nach Finhaut wird die Strasse zum Strässchen. Und dieses Strässchen überschreitet nun immer wieder die 10% Steigungsmarke. Die schönen Serpentinen und die Aussicht – wenn man sie denn geniessen kann – entlöhnen für die Mühen.
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Und dann, völlig unangekündigt, erreicht man die Staumauer und das Ende der 200km langen Tour. Falls der Kolumbianer Quintana in wenigen Tagen wie erwartet einsam und elegant über den Asphalt hoch kommt, werden Schilder und Banner Countdown-mässig das Ziel ankündigen. An diesem Sonntag überqueren die Freunde erst etwas ungläubig einer nach dem anderen einen Parkplatz, um sich dann beim Restaurant vor der Staumauer zu vergewissern, dass die Strasse mit keinem weiteren Abenteuer aufwartet. Nur die Aussicht auf den Mont Blanc, eine herzhafte Umarmung und einen Kaffee gibt es nun für sie noch zu geniessen.
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Photo: Reto (@who.o.who)
Anders als die profesionellen Radprofis fahren die sechs Freunde nicht in einem Team-Bus sondern auf ihren geliebten Rädern zurück ins Tal.
Und dann via Zug nach Hause – ausser einer, der hatte noch nicht genug getrampelt…!
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PROFIL
© Text & Photos: Jan Mühlethaler | roja-Goodz 2016

e  The Tour de France is coming to town – our town! For so long we were impatiently waiting for this to happen. Le Tour, La grande boucle, the greatest race coming to our hometown of Berne. And the best of it all; after a rest day in our mostly quite sleepy town Le Tour will pass over three alpine-passes up to the dam of Emosson.
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Sunday morning 6am:  a lonely cube in front of the train station counts the remaining days till the arrival of the Pros. The last gruppetto of party-people is on his way home, as a handful cyclist gather around the TdF-cube.

Thanks to the lack of traffic they leave he city behind them real quick, as if the roads were their. The road direction Berner Oberland they know too good, it doesn’t feel like a Tour de France stage till now. But then they take a right in to the Simmental. The people here are all in a hurry and by car, despite the early sunday morning. The two members of the Tac-Tac Cycling Team now lead the pack. Their pace makes the others get an idea of bike-racing and they head direction Col des Mosses.
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But then a small crash happens in the little pack. They are all glad they can continue their ride – to the next bakery! A bit of lost skin and a case for Rapha’s repair-service seems to be all the damage.
The Pros will get free roads and fame, the bunch of friends fresh croissant and coffee.
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While they are enjoying their 2.nd breakfast, on the top of Col des Mosses people carry out huge bells and pitchforks. Will they practice for the Tour de France?
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As the friends reach the top of Col des Mosses there’s no frenetic cheer, but only a flea market taking place. They leave the old and dusty lamps, furniture and cow-bells behind and rush down to Aigle.

On the flat section towards Matigny the Tac-Tac fraction mostly takes the lead again and so the arrive in Martigny at noon.
Now awaits them the two main difficulties of the day; Col de la Forclaz and the climb up to the dam of Emosson.
In the beginning the road leads across beautiful vineyards, slope for slope.
There’s no traffic now, no cheering and no white lettering on the streets. This will change in a few days when the Pros arrive. By now there’s just the sun heating up the scenery.
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Photo: Jonas (@soulofwolves)

The shadow of the forrest in the upper part comes more then welcome, as does the fountain on top of Col de la Forclaz.
Now a short descent awaits them. They almost miss the right turn to Finahut.
From there on the road gets smaller and steeper. But the beautiful switchbacks and the stunning view make it all worth the fight.
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And then – out of a sudden – they reach the top. When the columbian super-climber Quintana will fight for seconds between him and his rivals up the climb in a few days there will be countdown-signs towards the finish line.
But now the the friends roll over the parking-space, one after another, to assure themselves in front of the restaurant at the dam, that this real is the end of the road and they finally made it- after 200km!
A friendly hug, a coffee and the amazing scenery with the Mont Blanc is their reward and joy!

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Photo: Reto (@who.o.who)

Unlike the Pros they leave on their bikes. In Martigny they take the train back home – most of them. One hasn’t been in the saddle long enough for today….!

 

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Words & Photos: Jan Mühlethaler | roja-Goodz 2016

PROFIL

 

 

 

 

2 Kommentare

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  1. Sounds like you has had a terific time. Me to made the étape but in the otter way arround. I life in Martigny and am very much lookig forwards for le tour to arrive. Meyby I’m getting to Berne to see more of the reiders.
    Thanx for the translations of your texts as well, because my german is not as good as it should be.

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